Texte für dualseelen

Für mich ist es von großer Bedeutung, meine Gedanken schriftlich zu ordnen, ihre tiefere Essenz auszuloten.
Mir hilft das, im Leben zurechtzukommen. Mögen meine Texte auch meinen Leserinnen helfen!
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Für alle hier veröffentlichten Texte, die ich nach und nach erweitere, gilt © Kristina Grasse.
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texte:

LOSLASSEN


Loslassen als Begriff ist völlig überfrachtet. Und Loslassen als Haltung hat immer das im Blick, was oder wer losgelassen werden soll. Und genau hier zeigt sich das Problem beim Loslassen: Beschließt du, etwas oder jemanden loszulassen, fokussiert du dich genau darauf und erreichst folglich das Gegenteil.

Der Begriff Loslassen impliziert ein Nein, d.h. du lässt etwas oder jemanden los, und es fühlt sich so an, als sagtest du damit zu etwas oder jemandem Nein. Ich möchte dich dagegen auffordern, beim Loslassen bewusst Ja zu sagen. Und zwar Ja zum Schmerz! Ja zu der jetzigen Situation! Ja zu dir und deiner Kraft! Ja zu deinem Leben, so wie es in diesem Augenblick ist!

Loslassen ist so ein aktives Annehmen dessen, was du nicht ändern kannst, sowie dessen, was du bewusst und aktiv selbst sehr wohl ändern kannst. Wird dir das klar, wirst du zu einer Handelnden und bleibst keine Gehandelte mehr, und zugleich breitet sich in dir nach und nach eine größer werdende Gelassenheit aus.

Loslassen fühlt sich erst einmal an wie der freie Fall, ohne Netz und doppelten Boden. Es ist ein Prozess, der durch Fort- und Rückschritte gekennzeichnet ist. Glaubst du schon gut losgelassen zu haben, wirst du stets eines Besseren belehrt. Steckst du noch im (Liebes)Drama fest, weißt du überhaupt nicht, wie du jemals loslassen sollst. Du fragst dich: Wie soll das gehen? Wie soll ich diese Gefühle, wie soll ich diesen Menschen loslassen? Du fühlst dich völlig überfordert. Erst wenn du wahrnimmst, dass du dich mitten in einem Prozess befindest, erkennst du deine Fortschritte beim Loslassen.

Erst jetzt und das heißt im Annehmen der Situation öffnet sich ein neues Universum, und erst dort hat deine Liebe ihren Platz – gelebt oder nicht gelebt, denn das spielt, bist du tatsächlich ganz bei dir, keine Rolle mehr. Erst jetzt wirst du dich womöglich auf eine neue Liebe zu einem anderen Mann einlassen können ... der dir wiederum ziemlich exakt spiegelt, was in dir noch nicht geheilt ist bzw. welche Themen du dir noch einmal ansehen darfst ... aber auch welchen unerschütterlichen Wert du dir nun selbst beimisst … welche Fülle sich in deinem Leben ausgebreitet hat und mehr und mehr entfaltet ...

Das Spezifische beim Loslassen ist, dass du vollständig loslässt, nicht die Liebe an sich, aber jeden kleinsten Hauch einer Sehnsucht, jeden Funken Hoffnung, jeden wie auch immer gearteten Hintergedanken. Loslassen geschieht ganz und gar oder eben nicht, so wie man schwanger ist oder eben nicht. Dazwischen gibt es nichts.

Und jetzt fragst du dich berechtigterweise: Wie kann ich loslassen, was ein Teil von mir ist? Lange hing diese Frage über mir wie ein Damoklesschwert, bis ich schließlich fühlte, dass Loslassen ein Geschehenlassen bedeutet, dass es nichts anderes ist als tiefste Hingabe, den anderen, das Leben, sich selbst zu lieben, ohne etwas haben zu wollen, sondern ausschließlich zu sein. Einzig die Hingabe hilft, ganz loszulassen. Und zwar die tiefe Hingabe an das, was in diesem Augenblick in deinem Leben ist, sowie das Annehmen dessen, was geschehen ist, was geschieht und was geschehen wird.
Oder anders gesagt: Die tiefe Konzentration auf dich, auf dein Selbst, lässt dich frei werden.
Und das hat nichts mit Egoismus zu tun, sondern mit wahrhaftiger Selbstliebe.

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